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An meinem letzten Vormittag hatte ich noch einmal ein echtes Highlight. Weil mein Flug erst um 15 Uhr war, habe ich noch eine Zodiac-Tour wahrgenommen. Rückblickend hatte ich die Wahl zwischen Finnwalen nah am Boot und Gewöhnlichen Delfinen nah am Boot. Für was ich mich entschieden hätte, wenn ich das vorher gewusst hätte, weiß ich nicht. Einen Finnwal unter Wasser filmen oder fotografieren was den Biologen wahrscheinlich gelungen ist, ist natürlich ein Hammer. Ich habe mich aber dafür entschieden, zwei Frauen, die mit Delfinen schwimmen wollten, zu begleiten. Zum ersten Mal hatte ich dann auch eine Skipperin … sagt man das überhaupt so? Mit Biologin und noch einem neuen Crewmitglied waren wir dann 6 Frauen an Bord, pure Frauenpower.

Das Meer war ein bisschen ruhiger als gestern, trotzdem war es noch ziemlich heftig. Aber Maria-Ines hatte das Boot voll im Griff. Ich habe aber trotzdem sehr gut aufgepasst und mich nicht hingesetzt, um die harten Aufpraller besser abfangen zu können. Entgegen meiner Vorsicht saß ich nämlich auch noch an vorderster Front. Zuerst suchte wir vergeblich in Richtung Osten und drehten dann nach einer Weile um, weil ein anderes Boot von Futurismo direkt vor Ponta Delgada auf Gewöhnliche Delfine gestoßen war. Vielleicht haben wir auch deshalb erst einmal woanders Tiere gesucht, damit die Gäste vom ersten Boot zuerst mit den Delfinen schwimmen konnten. Aber das ist ja völlig in Ordnung, denn es sollen ja nie mehr als zwei im Wasser sein. Von der gleichen Gesellschaft gibt es da, soweit ich weiß, sogar eine Ausnahme. Jedenfalls sind die beiden Frauen mehrfach ins Wasser und da ich das schön öfter getan habe, beobachtete ich natürlich die gleichen Fehler, die fast alle Anfänger machen. Man hört nicht auf die Anweisungen, in welche Richtung man schwimmen und schauen soll.  So steuerten die beiden Frauen meistens in die falsche Richtung, selbst als die Anweisung klar war und x Mal gegeben wurde, dass sie zu den Vögeln auf dem Wasser schwimmen sollten, weil darunter die Delfine waren. Es war zum Verzweifeln. Die Delfine waren praktisch vor ihrer Nase, aber die Frauen drehten in die falsche Richtung ab. Alle waren froh, als die zwei bei einem der weiteren Versuche endlich erfolgreich waren.

Auch wenn man sich als unbeteiligter Zuschauer die Haare raufen könnte, ich habe volles Verständnis für die zwei. Zunächst habe ich mal großen Respekt, dass sie bei diesem Wellengang und dem kalten Wasser überhaupt dieses Unterfangen wagt. Und dann ist man in diesem wilden Meer, einem für uns fremden Lebensraum, muss schwimmen, hat im Hinterkopf doch ein bisschen mulmiges Gefühl und möchte nicht so weit weg vom Boot … und es ist extrem anstrengend.  Dafür haben es die zwei dann doch gut gemacht.

Ich habe versucht, mit der GoPro noch ein paar Eindrücke unter Wasser zu erhaschen. Ich fürchte, nachdem ich beim ersten Mal den Winkel mit der Olympus zu flach hatte und nur die Wasseroberfläche von unten gefilmt habe, und beim letzten Mal mit der GoPro gut agiert habe, war diesmal der Winkel zu steil und ich habe nicht den Delfin neben der Kamera, sondern meist nur den Bereich untere dem Delfin gefilmt und fotografiert.  Wie blöd kann man sich anstellen?

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Jedenfalls war es eine herrliche letzte Ausfahrt, bei der mir die wohl bisher besten Aufnahmen des Gelbschnabelsturmtauchers gelungen sind. Ich war noch einmal ganz nah am Wasser, die Hände im Wasser. So gefällt es mir.

Ich kann nur immer wiederholen, dass jede Art Boot ihre Vor- und Nachteile hat. Mit dem Katamaran hat man einen besseren Winkel, um die Tiere anzupeilen. Man kann sich auf dem Boot bewegen, es ist meist weniger holprig und man hat eine Toilette für den Fall der Fälle.

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Auf dem Zodiac hingegen ist man dem Element Wasser näher, die Delfine sind manchmal fast zum Greifen nah, in Ausnahmefällen sogar auch mal ein Wal, was ich ebenfalls schon auf den Azoren erleben durfte. Die Fotos vom Zodiac aus sind zwar  schwerer zu machen, dafür haben sie einen interessanteren Winkel, weil man mit den Tieren auf fast gleicher Ebene ist. Außerdem bietet nur das Zodiac die Möglichkeit für unter Wasser Aufnahmen.

Für mich ist es immer eine sehr schwere Entscheidung, wenn ich wählen soll und deshalb war ich eigentlich immer froh, wenn andere Bedingungen mir diese Entscheidung abgenommen haben.

Ich werde auf jeden Fall noch den ein oder anderen Bericht zu dieser Reise schreiben. Und wenn es Motive für Poster und Shirts gibt, oder Kalender und natürlich Video, dann informiere ich hier darüber.

Bitte auch meine Homepage beachten, denn dort stelle ich meine Bücher über Wale und Delfine vor.

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