Heute früh war ich sehr müde. Es ist außergewöhnlich heiß, auch hier auf den Azoren. Selbst die alten Leute auf Pico können sich nicht daran erinnern, dass es hier vorher schon mal ca. 35 Grad hatte. Es hat zwar keine 35, aber 30 sind es bestimmt auch. Schon merkwürdig, wo doch die Wettervorhersage für Pico 22-24 angekündigt hatte. Jetzt mag man meinen, das wäre doch prima für Baden und auch auf den Booten. Wenn man bedenkt, dass ich aber wegen Spritzwasser immer Regenjacke und Regenhose trage, kann man sich vielleicht das Dilemma vorstellen. Werden meine Klamotten nicht von außen nass, dann von Innen. Da ich vormittags nicht rausfahren konnte, bin ich ein wenig gewandert. Das war nicht wirklich eine gute Idee. Es ist einfach zu heiß.

Nachmittags konnte ich dann wieder aufs Meer. Es war ganz schön wellig und ich habe mich vorsichtshalber wieder ganz nach hinten gesetzt. Und trotzdem bin ich dann 4/5 der Ausfahrt gestanden, um die Wellen besser abzufedern. Ich war ganz aus dem Häuschen, als wir Pilotwale fanden. Diese großen mächtigen Tiere sind einfach beeindruckend. Wenn sie ausatmen ist das extrem geräuschvoll, voller Kraft. Es waren einige Weibchen und mindestens zwei alte Männchen. Sie glitten seelenruhig durch die Wellen. Ich finde sie majestätisch und auch ein bisschen Furcht einflößend. Selbst wenn man es dürfte, zu ihnen würde ich sicher nicht ins Wasser gehen.

Leider wollten die anderen Gäste an Bord noch mehr Arten sehen und so fuhren wir irgendwann weiter, für mich viel zu früh. Ich kann nicht verstehen, wie man von den Pilotwalen zuviel haben kann.

Wir mussten sehr sehr lange suchen und haben die Zeit genutzt, um ein bisschen Müll einzusammeln. Ich habe eine große orangene Fläche gesehen und dachte zuerst, es könnte eine Schildkröte sein. Dann erwies es sich als zu groß und ich vermutete, es wäre Kot eines Wals. Aber leider war es ein Netz und wir haben es an Bord gezogen. Als Belohnung fanden wir dann Pottwale. Nachdem die eine Mutter abgetaucht war, entdeckten wir, dass die zweite Mutter nun mit zwei Jungtieren an der Oberfläche blieb. Eines der jungen war ein kleines Pottwalbaby. Das war faszinierend und wunderschön. Das kleine wuselte um das Weibchen herum. Ob es die Mutter oder eine Tante war, kann man natürlich nicht sagen. Es schwamm sogar über den Kopf des Weibchens hinweg und zeigte zweimal seine kleine Fluke. Schließlich tauchte auch dieses Weibchen ab und auch das ältere Jungtier zeigt seine Fluke. Um das Baby nicht zu stören, fuhr der Skipper langsam weiter weg und wir ließen das Kleine ungestört zurück.

Auf dem Rückweg sahen wir noch einen weiteren Pottwal und wurden noch einmal mit einer Fluke belohnt.  Der Heimweg war dann schon recht anstrengend und ich bin gespannt, wie ich morgen früh meine Knochen sortieren werde. Aber ausruhen gibt es hier nicht. 9 Uhr nächste Ausfahrt, falls das Wetter keinen Strich durch meine Rechnung macht. Und jetzt schnell zum Konzert gehen. Blasmusik eines jungen Orchesters. Hört sich schon vielversprechend an.

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This morning I was very tired. It is exceptionally hot, even here in the Azores. Even the old people on Pico can’t remember that it had already had about 35 degrees before. It doesn’t have 35, but I’m sure there are 30. Strange, when the weather forecast for Pico 22-24 had announced. Now you might think that would be great for swimming and also on the boats. If you consider, however, that I always wear a rain jacket and rain trousers because of splash water, you can perhaps imagine the dilemma. If my clothes don’t get wet on the outside, then on the inside. Since I could not go out in the morning, I hiked a little. That wasn’t really a good idea. It’s just too hot.

In the afternoon I could go back to the sea. It was quite wavy and I sat down in the back again as a precaution. And still I stood 4/5 of the exit to cushion the waves better. I was all excited when we found pilot whales. These big, mighty animals are simply impressive. When they exhale, it’s extremely noisy, full of power. There were some females and at least two old males. They glided calmly through the waves. I find it majestic and a little frightening. Even if you could, I certainly wouldn’t go in the water with them.

Unfortunately the other guests on board wanted to see even more species and so we drove on at some point, much too early for me. I can’t understand how you can get too much from the pilot whales.

We had to search for a very long time and used the time to collect some rubbish. I saw a large orange area and first thought it might be a turtle. Then it turned out to be too big and I suspected it was whale droppings. But unfortunately it was a net and we pulled it aboard. As a reward we found sperm whales. After one mother had dived, we discovered that the second mother now remained on the surface with two kittens. One of the young ones was a little sperm whale baby. That was fascinating and beautiful. The little one was scurrying around the female. Of course, you can’t say if it was the mother or an aunt. It even swam over the head of the female and showed its small fluke twice. Finally, also this female dived off and also the older young shows its fluke. In order not to disturb the baby, the skipper slowly drove further away and we left the little one undisturbed.

On the way back we saw another sperm whale and were rewarded with another fluke.  The way home was quite exhausting and I am curious how I will sort my bones tomorrow morning. But there’s no resting here. 9:00 a.m. next exit, in case the weather doesn’t get in my way.

Now, hurry to the concert. Brass music of a young orchestra. Sounds promising already.

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